Von vergangenen Urlauben bin ich schon den türkischen Fahrstil etwas gewohnt gewesen. Allerdings sass ich damals nicht selbst am Steuer, sondern nur in Reisebussen, in denen man beim Überholen in einer unübersichtlichen Innenkurve am Berg sich lediglich auf seine Stossgebete konzentrieren konnte. Nun sitze ich selbst am Steuer, auf der rechten Seite versteht sich, mit völlig verdreckten Aussenspiegeln und Scheiben, bei denen man durch das schlechte Wetter mit dem Putzen nicht mehr hinterher kommt und manövriere unseren Landy auf der bis zu vierspurigen Autobahn ohne Markierungen zwischen hupenden und blinkenden türkischen Autos, Trucks und Bussen manchmal im Zentimeterabstand hindurch. Nicht zu vergessen die zahlreichen kaputten Autos am Strassenrand oder die abrupt bremsenden, mit Warnblinker an den Strasenrand fahrenden Autos, oder die auf die Autobahn einscherendenen Linienbusse, denen man ausweichen muss. Unsere einzige Waffe in diesem Chaos, neben der Grösse unseres Landys – die Hupe, ist leider eingefroren. Nach einem durch Schnee verursachten Stau auf der Autobahn suchten wir unseren Weg in Richtung Istanbul Zentrum – wenn Zentrum auf den Schildern stehen würde, wäre es eine Hilfe gewesen, stattdessen nur türkische Ortsnamen, die einem nicht viel weiterhelfen. Aber mit Hilfe des GPS finden wir uns dann durch den für uns unverständlichen Schilderwald der Grosstadt. Jedem, der Autofahren lernen möchte, empfehle ich seinen Führerschein hier zu machen. Nach einer Weile macht das Fahren hier sogar sehr viel Spass! Und danach ist man gegen jede andere Stadt gefeit, sogar Paris.
Verkehr in Istanbul
Nach kurzer Orientierung und einer Stärkung am Dönerstand war die Suche nach einem Hotel und einem guten Parkplatz nicht mehr so schwierig. Wer uns besuchen will, wir sind zwei Minuten von der Blaue Moschee im Sultanahmet-Viertel einem kleinen Hotel untergekommen – so lange bis unser Auto wieder guten Gwissens fit für die Weiterreise ist. Denn, das Getriebe wird nun neben der Besichtigung von Istanbul Hauptaugenmerk unseres Aufenthaltes hier sein.