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2007-01-09
 
 
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Freunde in Syrien!

zeit: 2006-02-22
pos: amman, jordanien
autor: frank



 
Herzlichen Dank an:
Kapitel
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2006-11-02


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2006-03-22


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2006-03-19


Welcome to Jordan!
2006-03-06


Freunde in Syrien!
2006-02-22


Durch die Türkei
2006-02-16


Unser Landy wird repariert
2006-02-14


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2006-02-09


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Für alle, die sich überlegen, nach Syrien zu reisen, sollten dies definitiv tun. Unsere Erfahrungen sprechen auf jeden Fall für dieses Land und die Menschen, die überaus gastfreundlich und hilfsbereit sind.
Nach all den Geschichten in den Nachrichten hatten wir anfangs überlegt, ob wir überhaupt durch Syrien reisen sollten - die Entscheidung hat sich gelohnt.
Als wir die Grenze passiert hatten, war es leider schon etwas später als ursprünglich geplant, denn es wurde schon dunkel und wir mussten noch einen Schlafplatz finden. Etwas erledigt von der Fahrt auf der holprigen türkischen Küstenstraße dauerten die Grenzformalitäten gute 2 Stunden. Wie schon bei der Einreise in die Türkei hatten auch diesmal die türkischen Grenzer keinen Ausreisestempel in unsere Pässe eingetragen. Somit mussten wir noch einmal durch das Niemandsland zurück auf die türkische Seite und uns den entsprechenden Stempel holen. Das Problem ist, dass einem nicht gesagt wird, ob und in welches Gebäude man gehen muss. Aber wahrscheinlich ist das so gewollt. An der ersten Kontrolle wurden wir mehr oder weniger durchgewunken. Danach müßte man sich bei der Polizei den Ausreisestempel holen, das einem aber nicht gesagt wird und auch kein Schild darauf hinweist. Inzwischen wissen wir, welche Stempel und Papiere wir brauchen und fragen nach dem Weg.

last stop

Letzter Stop vor der syrischen Grenze.


Auf syrischer Seite mußten wir 125 Euro für unseren Landy bezahlen, was genauer gesagt eine Dieselsteuer ist. In dem Preis inbegriffen ist die Versicherung und Zoll. Die bestehende Versicherung wird grundsätzlich nicht akzeptiert.
Die gesamte Abwicklung verlief relativ zügig. Da die Grenzbeamten fast kein englisch sprechen, ist das Prozedere etwas unverständlich, denn lesen kann man hier nichts mehr. Wir wurden gleich zu Anfang von einem Syrer versorgt, der am Schluss allerdings etwas nervig wurde und bei der Diskussion um sein Bakschisch plötzlich ganz unfreundlich. Wir haben an ihn ca. 10 Euro für seine Dienste gezahlt. Es geht eigentlich auch ohne, nur sind diese Helfer so geschickt in ihrer Anmache, dass, wenn man darauf nicht vorbereitet ist, ihre Hilfe schon in Anspruch genommen hat. Am besten ist es Kleingeld zu haben, das macht das Handeln einfacher!
Das kuriose an den Grenzformalitäten ist, dass man 125Euro zahlt und zwei Häufchen syrisches Geld wieder bekommt, das man am Schalter rechts und links wieder einzahlen muss.
Falls man ein Transitvisum wie ich in Deutschland beantragt hat, wird man damit konfrontiert, dass man plötzlich nur 3 Tage im Land sein darf. Also bei der Visumbeantragung im Heimatland darauf achten, für welchen Zeitraum das Visum gilt. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass die Botschaft in Deutschland mir ein 7 Tages Visum ausgestellt hatte, hatte die Diskussion am Schalter keinen Zweck. Wir mussten in 3 Tagen wieder raus. Es hätte die Möglichkeit gegeben ein neues Visum für 8 Euro zu kaufen, was wir letztlich dann doch nicht gemacht haben. Wir wollten dann lieber mehr Zeit in Jordanien verbringen.

Also suchten wir uns völlig erledigt in der Dunkelheit einen Schlafplatz. Wir konnten aufgrund der Dunkelheit nicht sagen, wie die Umgebung aussieht und wussten somit auch nicht, wo es sich eventuell eignen würde zu campen. Da Fahren bei Nacht in einem fremden Land mit gewöhnungsbedürftigem Verkehrsverhalten nicht gerade das Gesündeste ist, beschlossen wir so schnell wie möglich einen Platz abseits zu suchen.
Abseits der Autobahn, auf einem Ackerweg neben der Landstraße erschien uns als gute Raststelle, da der Weg von der Strasse nicht direkt eingesehen werden konnte.
Ich wollte eigentlich nur noch schlafen und mich ausruhen, da ich von dem Tag, der doch sehr anstrengend war, ziemlich erledigt war. Als dann nach einer guten halben Stunde ein Moped um unser Auto kreiste, hatte ich eigentlich nur den Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden! Auf Streß hatte ich gar keine Lust mehr.
Zwei Jungs vom nahegelegenen Dorf hatten unser Auto gesehen und waren neugierig geworden, was wir hier machen. Sie gaben uns auf arabisch sehr schnell zu verstehen, dass wir hier nicht stehen bleiben können und dass wir mit kommen sollen zu seinem Haus. Ok, dann mal schauen, wo sie uns hinführen. Uns blieb ja keine große Wahl. Freundlich waren sie auf jeden Fall, obwohl das gemischte Gefühl in einem doch sehr stark ist.
Im Dorf begrüßten uns fünf weitere Syrer, die uns willkommen hießen. Ehrlich gesagt dachte ich, daß wir unser Auto vielleicht vor dem Haus parken können und dort im Auto schlafen können. Es sollte aber eine etwas längere Nacht werden.
Das Auto wurde sicher in der geschlossenen Scheune geparkt und wir wurden von ca 30 anderen männlichen Familienmitgliedern in einem großen Raum im Haus empfangen, die auf Kissen entlang der Wände saßen. Es ist ein ungewohntes Gefühl, wenn 30 Augenpaare auf einen gerichtet sind und die Verständigung nur mit sehr wenig Englischkenntnissen auszukommen hat. Aber es funktionierte wunderbar und wir verbrachten einen sehr interessanten Abend mit viel Cay Tee, leckerem Essen, Kartenspiel und interessanten Unterhaltungen.

Mustafas home

Nach Feierabend bei Mustafa zu hause.


syrian dinner

Syrisches Abendessen mit am Ofen gewärmten Fladen.


Wir waren in eine komplett anderen Welt eingetaucht. Die Verständigung wurde etwas einfacher, als das Haus sich noch mehr mit interessierten Dorfbewohnern füllte und Idleb sich dazu gesellte, der als Englischlehrer eine große Hilfe war.
Die Nacht verbrachten wir nicht im Auto sondern in Hause von Idlebs Familie, wo wir mit dem Vater und den Brüdern am nächsten Morgen ein sehr leckeres arabisches Frühstück genossen. Die ganze Enttäuschung über die wenigen 3 Tage Syrien waren mit diesem wunderbaren Erlebnis komplett verflogen.
Für Syrien beschlossen wir in der kurzen Zeit wenigstens die Ruinen von Palmyra mit zu nehmen, die runde 330 km entfernt von Aleppo im Osten liegen. Bei Idlebs Vater haben wir noch ein paar Euro umgetauscht, um tanken zu können (10 Euro für eine Tankfüllung von 80l) und sind dann mit Idleb, den wir in  Homs abgesetzt haben, Richtung Osten gefahren.

Die Fahrt nach Palmyra und von dort zurück Richtung jordanische Grenze ist geprägt von Sand und ausgetrockneter Landschaft. Entlang der Straße, die man bis zum Horizont verfolgen kann, weisen Schilder auf rechts und Linkskurven hin, um etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen. Richtige Kurven sind es allerdings nicht. Die Berge entlang der Strecke sind in sanften beigen Tönen, die sich in der Ferne in ein schönes gleichmäßiges rotbraun verwandeln. Die Highlights sind vor allem Schafherden und völlig überladene Trucks. Ich denke die sind noch eine extra Galerie wert!
Wir hatten uns vor Palmyra für einen kurzen Moment überlegt, einen Abstecher in den Iraq zu machen, denn von dort sind es nur 150km auf guten Straßen. Wir haben uns dann aber doch entschieden lieber nach Wadi Rum in Jordanien zu gehen.

street sign to Iraq

Wie wärs mit einer kleinen Spritztour in den Iraq?



Palmyra bietet einem eine wunderschöne Ruinenkulisse, die von der Abendsonne in ein herrliches Licht getaucht ist. Idleb hatte uns erzählt, daß Autos in Syrien wahnsinnig teuer sind, selbst Gebrauchtwagen reichen nach seiner Ausage noch an die Preise von Neuwagen, was schwer zu glauben ist. In Palmyra scheint aber die Zeit wirklich etwas stehen geblieben zu sein, was Autos angeht. Fast alle Autos sind aus den 60er Jahren. Alte Mercedes oder Amischlitten, uralte Scaniabusse, die aussehen, als ob sie gleich zusammenfallen und doch schon eine Ewigkeit laufen. Faszinierend.

Palmyra

Fotoshooting am großen Kreisverkehr von Palmyra.


Syrian Truck

Das neuste Scania Modell in der syrischen Landschaft.



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