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Sudan - very "sandily"

zeit: 2006-03-22
pos: addis ababa, aethiopien
autor: staffan



 
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Kapitel
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Unsere Ankunft in Wadi Halfa, auf der sudanesischen Seite des Aswan Staudamms gelegen, machte uns klar, dass wir nun tiefer in Afrika sind, als noch die Nacht zuvor. Der Hafen ist lediglich ein Betonsteg, wo etliche Bedford Trucks darauf warteten, die Fracht tiefer in den Sudan befördern zu können. Es gab kein Gebäude, keine Strasse, einfach nichts. Außer Sand und ein paar Felsen, in deren Schatten die Arbeiter darauf warteten, die Fracht entgegen nehmen zu können – nichts! Als der zuständige Beamte an Bord uns mitteilte, wir könnten unsere Pässe in der „arrival hall“ abholen, schauten wir uns alle mit äußerstem Misstrauen an. Seit der Abfahrt in Aswan waren Inga und Olaf im Land Cruiser, Katie und James im anderen Landy und wir zu einer kleinen Gruppe mit demselben Ziel geworden: uns und unsere Autos in den Sudan zu bringen. Wie sich herausstellte war dies sehr hilfreich, um gegen die sudanesische Zollmafia anzukommen. Euch alle Details zu erzählen würde ein ganzes Buch füllen. Deshalb nur soviel: wir haben ganze zwei Tage gebraucht, um unsere Autos aus dem  traurigen Ort Wadi Halfa heraus zu bekommen.



Der internationale Hafen von Wadi Halfa.

Und es hätte sicherlich noch länger gedauert. Doch nach Stunden sinnlosen Wartens präsentierten wir hochgradige Land Rover Akrobatik, um unsere Autos vom Frachtschiff zu bekommen und veranstalteten wir aufgrund von versteckten „Kommissionsbeträgen“ (einbehaltenes Schmiergeld) eine riesige Szene in der Wartehalle, wo James, ein Undercover Priester, mit dem Zorn Gottes drohte, falls ihn noch einmal jemand anfassen sollte. Um unser Geld wieder zu bekommen, beschwerten  wir uns bei der lokalen Polizei über unseren Zollbeamten Khamal. Es bedarf einiger Stunden Wartens, heftigen Diskutierens und vorgetäuschten Botschaftsanrufen. Am Ende zogen wir siegreich von dannen, mit fast allem unserem Geld und dem befriedigenden Anblick eines Zollbeamten, der komplett die Fassung verloren hatte, das Geld auf den Tisch warf und mit roten Augen und in arabisch fluchend und schimpfend das Büro verließ.
Als wir uns später im „immigration office“ als so genannte „Aliens“ registrieren lassen wollten, hatte sich die Nachricht über uns als unbequeme Gäste schon wie ein Fegefeuer herum gesprochen. Auf einmal verwehrte uns jeder Geldwechsler unsere Dollars zu tauschen oder bot uns einen derartig schlechten Kurs an, dass wir erst gar nicht ins Geschäft kamen. Unsere Anwesenheit im Ort schien mehr und mehr Unbehagen hervor zu rufen. Letztlich schafften wir es dann doch den Beamten im Immigration Office mit den Dollars zu zahlen, die wir hatten und verließen darauf die Stadt so schnell wir konnten - mit einer großen Staubwolke hinter uns.



Camping bei Vollmond in der Wüste.

Nach der ersten Nacht in der Wüste, schlugen Inga und Olaf die Nilroute in Richtung Dongola ein, während wir anderen uns entschieden hatten die etwas schnellere Route durch die Nubische Wüste zu nehmen. Wir brauchten drei Tage für die Durchquerung, die ein fantastisches Erlebnis waren. Wie der Hotel Manager in Wadi Halfa es beschrieb ist die Strecke überwiegend „sandily“. Nachdem wir einige Male stecken geblieben waren, ließen wir etwas Luft aus den Reifen. Von da an gleiteten wir um einiges besser durch den Sand. Es gibt keine Strasse und keine Piste, die einem den Weg weisen würde. Die einzige Orientierung sind die Eisenbahngleise, die nach Süden führen und wenn der Sand stellenweise zu weich wurde waren sie zudem die einzige Möglichkeit, wo man fahren konnte.



Wie auf Schienen durch die Wüste !!!

In der Wüste zu fahren ist ein riesen Spaß. Allerdings verlangt es auch permanent die volle Aufmerksamkeit, vor allem wenn die Landschaft ständig zwischen Sand, Felsen und Geröll wechselt, wie es gegen Ende des zweiten Tages der Fall war. Hitze, konzentriertes Fahren, Schaufeln, und Staub hatten uns schon einiges abverlangt, als wir plötzlich in einem heftigen Sandsturm waren. In der Zwischenzeit haben wir die Schienen verlassen und die einzige Navigationshilfe, neben unserem GPS, waren nur noch Betonpfosten, die alle 500m entlang der Piste zu sehen waren. Das GPS war nun nicht mehr als ein Kompass, der uns grob die richtige Richtung wies. Um zum nächsten Pfosten zu gelangen, musste man sich immer noch zwischen hunderten von Spuren im Sand entscheiden, um seinen Weg zwischen Sand und Steinen zu finden.

Als der Sandsturm zunahm, wurde es immer schwieriger, den nächsten Pfosten zu sehen. Es war noch eine gute Stunde bis zum Sonnenuntergang und da kein Schutz vor dem Wind in Sicht war, begannen wir uns etwas Sorgen zu machen, dass wir mitten im Sturm unser Camp aufschlagen müssten. Der Wind schien sich nicht zu beruhigen. Als dann die Sonne gerade am Untergehen war, was in diesem Teil der Welt sehr rasch geschieht, sahen wir nicht weit vor uns einen riesigen Felsen aus dem Sand hervorragen. Es war der erste, den wir seit Stunden gesehen haben, und als wir um ihn herum fuhren, um Schutz zu suchen, fanden wir das perfekte Camp, vom Wind geschützt und hinter der größten Dünen, die ich je gesehen habe! „Mit einem Priester zu reisen hat offensichtlich einige Vorteile“, dachte ich bei mir, meine Sichtweise über Wunder etwas überdenkend.



Wunderbares Wüstencamp.

Am nächsten Morgen hatte sich der Wind gelegt und wir konnten unsere Fahrt nach Karthoum ohne weitere Probleme fortsetzen. Nach drei Tagen anstrengendem Fahren, war es eine große Erleichterung, als wir wieder Asphalt unter den Rädern hatten. Die Fahrt in die Hauptstadt war ein Kinderspiel und wir konnten das erste Mal die berühmt berüchtigte sudanesische Freundlichkeit erleben.
In Karthoum organisierten wir unsere äthiopischen Visa und tauschten einige Euros in sudanesische Dinar. Zu unserer großen Überraschung verwechselte der Bankangestellte Euros mit britischen Pfund, was uns zusätzliche 20 000 Dinar einbrachte. Das anschließende Einkaufen hat noch nie so viel Spaß gemacht!



10 000,00 km sind geschafft !

Von Karthoum bis zur äthiopischen Grenze brauchten wir nochmals drei Tage. Auf dem Weg dorthin genossen wir zwei wunderschöne Busch Camps, von denen eines sogar das klassische nächtliche blutgefrierende Wolfsheulen beinhaltete und riesige Heuschrecken, die überall gegen uns, das Auto und das Zelt sprangen.
Die letzten 160 km „Straße“ von Gedaref bis zur Grenze waren ziemlich schmerzhaft. Zusätzlich verdeutlichten einem die vielen Wracks ausgebrannter LKWs und Busse, dass man hier stets auf alles gefasst sein sollte und lieber 10 mal schaut, bevor man überholt.
Im Vergleich zu den äthiopischen Strassen allerdings, wir nun wissen, sind die sudanesischen aber immer noch harmlos. Dazu aber später in unserem Äthiopien Bericht.



Zum Glück wars diesmal nur der Anhänger.




Mittagspause auf dem Weg zur äthiopischen Grenze .


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