Wir wussten, dass es ein lange Tag werden würde – und so kam es. Als wir Sofia verliessen schien die Sonne und es waren 10 Grad unter Null. Als wir weiter gen Osten fuhren versunkt sie mehr und mehr im Nebel, die Temperatur aber blieb. Mit der Decke über den Knien und Handschuhen und Mütze machten wir uns zum Ende des europäischen Kontinents auf. Unser Auto verwandelte sich ebenfalls mehr und mehr in einen Eisblock und irgendwann hielten wir an, um uns von mehreren Kilo gefrorenem Schneematsch zu befreien, der sich unter dem Auto angesammel hatte. Es ist ganz schön anstrengend durch diese kalte Winterladschaft zu fahren, auch wenn sie oft wunderschön ist. Die Sonne und die Wärme sidn wie eine Fatamorgana auf der anderen Seite der türkischen Berge.
Bulgarien war eine äusserst positive Überraschung. Nach den Warnungen, die wir bekommen hatten, waren wir recht skeptisch, doch die Menschen, die wir getroffen hatten waren ausnahmslos freundlich und nett. So auch unsere Gastgeberin im Mariot-M Hostel in Sofia. Sie hat regelmässig an der Tür geklopft und sich erkundigt, ob die elektrische Heizung auch genügend warm gibt oder uns Decken gebracht. Am Morgen unserer Abfahrt brachte sie uns warmen Tee, verabschiedete sich mit einer herzlichen Umarmung und wünschte uns viel Glück für die restliche Reise.
Mariot-M Hostel in Sophia
Der Grenzübertritt zur Türkei gab uns einen Vorgeschmack dessen, was uns noch weiter südlich erwarten wird. Wir mussten durch 6 Checkpoint bevor wir letztendlich das Land betreten konnten. Beim 6ten und letzten Check, stellte sich heraus, dass uns ein Stempel fehlte. Somit mussten wir Sally im umdrehen und zu Nummer 4 zurück gehen, ohne über Los zu gehen. Letztenendes wurden wir durchgewunken und konnten die letzten 285 km Richtung Istanbul antreten. Unterwegs began das Getriebe sich zu melden. Wir hatten das scheuernde Geräusch schon auf dem Weg nach Sofia festgstellt, aber in der Zwischenzeit wurde es von Stunde zu Stunde lauter. Wir werden in Istanbul das Problem unter die Lupe nehmen müssen.
Jetzt sitzen wir in einem Hotel in Corlu 100 km vor Istanbul. Da die Autobahn, wahrscheinlich aufrund von Schnee gesprerrt war, führte uns die Landstrasse hier her. Eigentlich wollten wir es heute noch in die Hauptstadt schaffen, doch Hunger und Müdigkeit überzeugten uns besser Rast zu machen, bevor bei dem schlechten Wetter und dem noch ungewohnten türkischen Verkehr teure Fehler begehen.