Wie ihr wahrscheinlich an unserem Countdown Zähler in der oberen
rechten Ecke gemerkt habt, haben wir unsere Abfahrt um drei Monate
verschieben müssen. Der Grund dafür sind der kürzliche Abschluss
unserer Studien und die Finanzierung des Projekts, die leider noch
einige Lücken aufweist. Frank wird sich um diese Löcher aber nun zu
100% widmen.
Die letzte heiße Planungsphase ist also nun im Rollen und wir sind überzeugt, dass wir bis 20. Januar alles geregelt haben und auf dem Weg
gegen Süden sein werden.
Im Mai habe ich mein Master of Fine Arts bekommen und als Projekt ein
Dach-Zelt für Autoexpeditionen entwickelt. Ich möchte denen danken, die
mich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung unterstützt haben und die
damit zu meinem erfolgreichen Abschluss beigetragen haben. Im Moment
bin ich noch in Verhandlungen mit einer südafrikanischen Firma über die
Rechte an dem Projekt. Wir werden hoffentlich bald zu einer Einigung
kommen und das Projekt realisieren. Es ist aber immer noch ein langer
Weg bis dahin.
Frank ist seit einer Woche Diplom Designer. Er hat sich ebenfalls mit
dem Thema Autoexpeditionen beschäftigt. Sein Fokus lag in der
Entwicklung einer neuen Expeditions Küche. In Zusammenarbeit mit der
Firma PRIMUS hat er hervorragende Arbeit geleistet. Auch hier sind
weitere Verhandlungen im Gange. Der Prototyp wird uns
selbstverständlich auf unserer Reise begleiten und im afrikanischen
Busch ausgiebig getestet werden. Frank hat sehr viel Informationen und
Anregungen von anderen Reisenden bekommen, denen er hier an dieser
Stelle herzlich danken möchte. Die Küche werdet ihr dann bald im
Einsatz sehen können.
Unser geliebter Land Rover ist nun offiziell als schwedischer
Kleinlaster angemeldet und trägt das exotische und Abenteuer
versprechende Nummernschild XJW 200. Jetzt werden wir uns an die schöne
Aufgabe machen können das Interior nach unseren Bedürfnissen
einzurichten. Eine Aufgabe, die jedem Industrial Designer das Herz
höher schlagen läßt. Auch hierbei werden wir Euch in Kürze teilhaben
lassen. Also schaut wieder vorbei.
Frank und ich haben inzwischen einige Nadeleinstiche auf unseren Armen
zu verzeichnen. Der Grund hierfür ist aber weder bei mutierten
schwedischen Mosquitos zu suchen, noch in einer aufgetretenen
Heroinsucht. Nein, es sind lediglich die Nebenerscheinungen der ganzen
Impfungen, die wir in der letzten Zeit über uns haben ergehen lassen
müssen, um für sämtliche Bösen Viren und Erreger in Afrika gewappnet zu
sein. Tollwut, Tuberculose, Gelbfieber, Cholera und gegen was man sich
sonst noch so schützen kann - das ganze Menü eben. Es ist nicht gerade
eine tolle Erfahrung, aber nun habe ich das seltsame Gefühl unsterblich
zu sein. Ich esse ungewaschenen Salat und halbrohes Hühnchen mit der
verstärkten berzeugung, dass es mich bestimmt irgendwann doch erwischt
- heimlich und hinterrücks.
Eine Entscheidung, die wir bisher noch vor uns her geschoben haben
wurde gefällt. Wir haben uns nun für die Ostroute (alternative 3) entschieden und zwar
vor allem aufgrund der immernoch schwierigen politischen Situation in
Darfur im Sudan. Damit mussten wir leider unseren ursprünglichen Plan über Westafrika fallen lassen. Es gab noch andere mögliche Routen, aber
da unser Hauptziel schließlich Kibera ist, denken wir, dass der Weg
durch den Osten trotzdem sehr viele Eindrücke und Erfahrungen bieten
wird.
Durch unsere lange Planungsphase, die wir schon hinter uns haben, ist
es nun doch irgendwie schwierig zu verstehen, dass wir nun in 90 Tagen
wirklich fahren werden. Wir beginnen langsam zu realisieren, dass wir
bald für ein Jahr lang eine 120cm Matratze teilen werden. Ob dabei
ungeahnte klaustrophobische Neigungen hervortreten wird sich zeigen.
Frank ist allerdings schon etwas besorgt wegen meines Schnarchens.
Obwohl ich schon versuche ihn zu beruhigen und ihm sage, dass er sich
schon daran gewöhnen wird - irgendwie scheint ihn das nicht so ganz zu überzeugen...
Inzwischen können wir es kaum noch erwarten die Reise und vor allem das
Projekt in Kibera anzupacken. Wir haben uns inzwischen gut auf unser
Design Projekt vorbereitet und freuen uns auf die Arbeit in Kenia.
Wir können nun auch regelmäßigere updates ankündigen, je näher es auf
das Abfahrtsdatum zu geht und wir hoffen, dass ihr sie mit genauso viel
Aufregung lesen werdet wie wir!