Das
nächste Puzzleteil, das sich einfügte und dieses
Abenteuer auf eine nächste Ebene hob, war die zufällige
Begegnung mit Niklas Johansson, Industrie Designer und guter
Freund meiner Schwester. Er war gerade von einem Projekt in
Nairobi, Kenia zurückgekommen, wo er untersuchte, wie
man bei extremen Armutsbedingungen Design anwenden kann. Er
verbrachte 3 Wochen in Kibera, dem größten Slum
am Rande Nairobis und arbeitete mit der örtlichen Hilfsorganisation,
um unkonventionelle Lösungen für alltägliche
Probleme zu finden. Das Ergebnis war sehr positiv und das
Fazit war: Ja, Design kann durchaus die Situation für
die Menschen in Kibera verbessern. Doch drei Wochen sind definitiv
zu kurz für solch ein Projekt.
Eines der Vorurteile, denen man als Designer ständig
ausgesetzt ist, ist der allgemeine Glaube daran, dass es bei
Design nur um Ästhetik und oberflächliche Dekoration
geht. Wenige wissen allerdings, dass Design ein Problemlösungsprozess
ist, der versucht alle Aspekte (Technik, Ergonomie, Material,
Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Produktion,
..., und eben auch Ästhetik) eines Problems einzubeziehen,
um dann die optimale Gesamtlösung zu finden.
Frank und ich, sind beide am Ende einer langen Design Ausbildung
und äußerst motiviert in die „reale (Arbeits-)Welt“
hinaus zu gehen. Wir hatten irgendwann die Idee nicht nur
eine Reise nach Afrika zu unternehmen, sondern, wenn möglich
auch unsere erlernten Fähigkeiten dort irgendwo einzusetzen.
Das Projekt in Kenia war für uns beide deshalb äußerst
interessant und eine großartige Gelegenheit, der Reise
nicht nur eine bedeutendere Richtung zu geben, sondern auch
bei den Menschen das Wissen über Design zu erweitern.
Niklas
hatte kurz darauf Salim Mohammed vor Ort kontaktiert. Er ist
Projektmanager von Carolina for Kibera (CFK), der Hilfsorganisation,
die Niklas in Kenia betreute. Es wurde ein Treffen mit Niklas,
Salim und mir (Staffan) in Göteburg arrangiert, um die
zukünftigen Möglichkeiten eines Design Projekts
in Kibera zu besprechen. Frank konnte leider aus zeitlichen
Gründen nicht dabei sein.
Salim, der sehr gute Erfahrungen mit Niklas Arbeit gemacht
hatte, konnte sich eine Weiterführung der Idee, Design
als Entwicklungshilfe-Instrument in der Gemeinde einzusetzen,
sehr gut vorstellen.
Wir verabschiedeten uns mit einem festen Handschlag und ich
glaube wir verließen das Treffen alle mit einem sehr
guten Gefühl.