Als
ob das Schicksal wirklich wollte, dass wir uns auf diese Reise
begeben, stieß ich am Tag nach meinem Treffen mit Salim
und Niklas auf eine Anzeige auf einer britischen Gebrauchtwagenseite
im Internet, in der ein expeditionsfertiger Land Rover 110
zu einem erschwinglichen Preis angeboten wurde. Wir hatten
diese Seite schon seit Monaten unter Beobachtung, um nach
einem geeigneten Auto für die Reise zu schauen. Bis zu
diesem Zeitpunkt waren allerdings alle Angebote außerhalb
unseres Preislimits gewesen oder nicht geeignet genug für
solch eine Reise. Ein kurzer Anruf bei dem Besitzer und es
stellte sich heraus, dass das Auto komplett für eine
Reise wie unsere ausgerüstet war und immer noch zum Verkauf
stand. Eine zusätzlich überzeugende Tatsache war,
dass das Auto in Chelmsford stand, nur eine halbe Stunde von
Stansted entfernt, dem Flughafen auf dem ich zwei Tage später
einen Zwischenstop auf meinem Rückweg nach Düsseldorf
hatte.
(Zum besseren Verständnis: Ich lebe zurzeit in Düsseldorf,
Deutschland und war zu dem Zeitpunkt in meinem Heimatland
Schweden, um mich mit Salim Mohammed aus Kenia zu treffen,
der gerade in Schweden zu Besuch war.)
Ich
verlegte meinen Flug, um mehr Zeit zu gewinnen und flog nach
England, um mich mit Dave Scott und seiner Frau Penny zu treffen,
die gerade von einer Afrika Reise, wie wir sie vorhaben, zurückkamen.
Sie waren äußerst nett und hilfsbereit und das
Auto erwies sich als genau das, was wir uns erhofft hatten.
Nach einem 5 Minuten Telefonat mit Frank entschlossen wir
also das Geschäft zu tätigen.
Ein Auto in England zu kaufen stellte sich als nicht wirklich
einfach heraus, wenn man dort keinen Wohnsitz hat und ich
möchte mich bei Dave’s gesamter Familie herzlich
bedanken, die mich nicht nur für eine Nacht aufnahmen,
sondern auch jeden mobilisierten, den sie kannten, um für
mich die richtigen Papiere zu bekommen, um das Auto exportieren
zu können. Ich wünschte mehr Menschen hätten
diese Einstellung gegenüber Fremden, die Hilfe benötigen.
Ich möchte mich auch bei meiner Schwester Åse bedanken,
die ebenfalls eine wichtige Rolle bei diesem Kauf spielte.
Selbst mit der besten Hilfe der Welt war die mir zur Verfügung
stehenden 24 Stunden nicht genug, um alle notwendigen Papiere
fertig zu bekommen, weshalb ich England ohne das Auto verlassen
musste. Ich hinterließ eine Kaution und das Versprechen
in einer Woche mit allen Papieren wieder zurück zu kommen
und das Auto abzuholen. Diese 24 Stunden verkürzten wahrscheinlich
mein Leben um ein Jahr oder so. Allerdings kann ich nun sagen,
was es bedeutet ein Auto von England zu exportieren..
Die
darauf folgende Woche war ich zurück in Chelmsford, um
das Auto abzuholen. Dieses Mal hatten wir unsere Hausaufgaben
gemacht und alles verlief nach Plan. In Dave`s Augen waren
Tränen zu sehen, als er mir den Schlüssel übergab
und ich musste ihm versprechen gut auf das Auto aufzupassen.
Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man bei einem Autokauf
die Schlüssel den Händen des Besitzers entreißen
muss. Vielleicht übertreibe ich etwas, aber ich bin mir
sicher, dass Dave seinen Landie vermissen wird.
Ich machte noch einen kleinen Zwischenstopp bei meiner Schwester
Åse in Leicester und machte mich dann in Richtung der
weißen Klippen von Dover und dem Festland auf. Es war
ein großartiges Gefühl unser „Entdeckungsschiff“
in seine neue Heimat zu lenken. Auf dem Heimweg nach Deutschland
lernte ich einige Dinge über Land Rover. Sie mögen
vielleicht die besten Autos sein, um Afrika zu durchqueren,
erweisen sich aber keineswegs als die ultimativen Autobahnschlitten.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von durchschnittlich
70 km/h und dem Lärmpegel eines tief fliegenden Düsenjets,
kommt man nach 12 Stunden Fahrt ziemlich gerädert zu
Hause an. Über den Mangel an Geschwindigkeit werden wir
hinweg sehen können, aber das Bedürfnis einer Musikanlage
im Auto muss beseitigt werden.
Außerdem habe ich gelernt, dass das Anschlussstück
an der Antriebswelle bei Land Rovern manchmal den Geist aufgibt
und es den Anschein macht und einem ein Fahrgefühl gibt,
als ob einem gleich das gesamte Getriebe um die Ohren fliegt.
Doch habe ich auch gelernt, dass dieses Problem ganz einfach
und billig zu lösen ist. Denn wenn man keinen Allradantrieb
benötigt, man in diesem Fall einfach die gesamte Antriebswelle
abschraubt und sich mit 2WD Antrieb begnügt.
Ich glaube das sind alles Dinge, an die wir uns als neue Land
Rover Besitzer gewöhnen müssen...