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Der erste Test

zeit: 2004-08-14
pos: hamburg, deutschland
autor: frank



 
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Sally's new clothes - part 2
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Sally's new clothes
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Der erste Test
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Wir mussten uns nun überlegen, wo wir unser neues Baby bis zum Start unserer Reise unterstellen. Die Schwierigkeiten herauszufinden, welche Kosten für das Auto in Deutschland anfallen würden, sprich Versicherung und Steuer, haben uns zu der Entscheidung gebracht, lieber nach Schweden zu fahren.

Wir haben uns bei in Düsseldorf getroffen, wo Staffan zu dem Zeitpunkt wohnte und unser Baby stand. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur Bilder von unserem Landy gesehen. Aber als er mich am Bahnhof abholte, war es wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen. Einfach herrlich! Da stand er vor mir - mit der ganzen Ausrüstung, in voller Schönheit und dem Flair von der letzten Safari. Dieser Landy war großartig.

Am nächsten Morgen sind wir Richtung Hamburg aufgebrochen. Wir hatten einen Termin in der Offroad-Manufaktur, nicht wegen eines Defekts, sondern aufgrund einer Routine Wartung.

Unser Landy schnurrte die Autonbahn entlang wie ne Katze ...

Eigentlich begann der Tag der Reparatur nicht gerade so, wie er im Buche steht. Der nette Man von der Offroad Manufaktur hatte schon Recht, dass es ein gewagter Plan war, die Weiterfahrt gleich im Anschluß an den Werkstattbesuch zu planen. Mit dem Zahnriemen ging glücklicherweise alles glatt. Das Problem hatte nur schon viel früher begonnen, als wir morgens um acht vergeblich versucht haben das Auto zu starten. Am Abend vorher waren wir noch eine Weile im Landy gesessen und haben unsere Errungenschaft in vollen Zügen genossen. Staffan war sich an dem Abend sicher, dass zwei Batterien im Auto sind, was uns die Gewissheit gab Musik zu hören und Licht brennen zu lassen. Und dann standen wir da, mit nur einer Batterie. Leer, wir hatten noch ca. eine Stunde bis zu unserem Termin und wollten in ein paar Stunden nach Schweden weiter.

Ich war von meinem damaligen Mercedes/8 gewohnt, Leute um Starthilfe anzusprechen. Nur morgens um halb neun, wenn alle zur Arbeit fahren ist das noch einmal etwas anderes. Ich habe also alles angehalten, was mir in den Weg kam. Nach einem misslungenen Startversuch, stellte eine sehr freundliche, etwas unsichere Dame ihr Auto zur Verfügung. Doch der Landy sprang nicht an. Nach einem Anruf in der Werkstatt schickten sie jemanden los, um uns zu helfen, was allerdings mit einer halben Stunde Wartezeit verbunden war. Hilfe war also unterwegs und wir warteten. Auf einmal kam eine aufgelöste Frau auf uns zu - die Dame von eben. Mein Auto macht keinen Mucks mehr!!! Schock! Sie hatte ihr Auto geparkt, aber vergessen die Fenster zu schließen. Beim erneuten Starten ihres Autos hatte kein Licht aufgeleuchtet.

Hätten wir uns eigentlich denken können, daß ein Fiat Seicento nicht der richtige Partner zur Starthilfe bei einem Landy ist!

Die gute Frau musste also wieder glücklich gemacht werden. Wir nahmen ihre Batterie mit in die Werkstatt und hängten sie während der Reparatur ans Ladegerät und hofften, dass sie anschließend wieder funktionieren würde. Soweit ging dann alles wieder glatt, wir besorgten die restlichen Sachen für unseren Urlaub plus eine Sektflasche, die wir der Frau als Entschuldigung für den ganzen Ärger schenken wollten.

Wir trafen uns also später an ihrem Auto, ich baute die Batterie wieder ein - nichts! Keine Chance, die Ladezeit war einfach zu kurz. Aber es half nichts. Sie verstand nicht viel von Autos, brauchte nun aber ein funktionierendes, um ihren Feierabend vollends genießen und nach Hause fahren zu können. Das einzige, was uns übrig blieb, war ihr eine neue Batterie zu kaufen. Wir waren mit den Nerven schon etwas hinüber, da es uns beiden vor allem sehr, sehr peinlich war und an diesem Tag irgendwie alles schief gegangen ist. Zusätzlich kamen so langsam in Zeitdruck.

Ich glaube, sie wird nie wieder jemandem helfen. Das ist schade, weil sie wirklich sehr nett war. Ein nächstes Highlight folgte auf dem Fuße, als Staffan versuchte das verhedderte Starterkabel zusammenzurollen und ich ihm half das Gewirr in den Griff zu bekommen. Just in dem Moment, knallt es super heftig...da lag sie, die schöne Sektflasche, die wir in zwei Minuten der Dame geben wollten. Wenn etwas schief gehen kann, dann richtig. Ich stand mit dem Rücken zu der Dame und habe ihr Gesicht deshalb nicht gesehen - aber sie muss sehr erschrocken sein.

Es half alles nichts. Das einzige was blieb, war ihr eine neue Batterie zu kaufen. Wir fuhren mit ihr zum nächsten Fiathändler und brachten ihr Auto wieder in Ordnung. Nun konnte sie zufrieden heimfahren und wir endlich unseren Urlaub beginnen. Von nun an lief alles ohne weitere Zwischenfälle. Es konnte nur besser werden.

Die folgenden Tage verbrachten wir sehr entspannt bei Staffans Schwester und ihrer Familie in Göteborg, bevor wir mit Staffans Schwager Jerker Persson und Niklas Johansson, beide ebenfalls Designer, in deren Ferienhaus ein langes Wochenende verbrachten.


Das Fahren in einem Land Rover ist wirklich ein Erlebnis. Die Strecke nach Schweden hoch war die erste wirkliche Fahrt in diesem vielgeliebten Vehikel. Man muss sich daran gewöhnen, keine Frage. Er ist laut, langsam, spartanisch eingerichtet, aber nicht unbequem. Das Reisen ist sehr entspannend, muss ich sagen (auf den afrikanischen Straßen nächstes Jahr wahrscheinlich nur noch bedingt), gemütlich und das Tolle: man bemerkt es nicht einmal sehr, wenn ein Stau ist oder stockender Verkehr. Man freut sich einfach in solch einem Auto zu fahren.

Neben dem gesellschaftlichen Part des Wochenendes hatten wir noch einmal die Möglichkeit mit Niklas über unser Vorhaben in Kibera zu sprechen und von seinen Erfahrungen mit den Studenten vor Ort zu hören. Er und auch Jerker bestärkten uns beide sehr in unserer Idee, was uns zusätzliche Motivation und Bestätigung gab. Die Studenten seien sehr motiviert und offen, haben etwas Designerfahrung in Grafik und Webdesign. Vor allem war Niklas schon einmal dort und hat bewiesen, dass es funktioniert. Wir bekamen ein gutes Bild, von dem, was uns dort ungefähr erwarten wird und welche Möglichkeiten und Chancen wir haben, die wir hoffentlich auch nutzen können.



Der letztendliche Höhepunkt unserer 2-wöchigen Reise war in Getmossen, wo wir Staffans Eltern besuchten. Für einen Landy die perfekte Umgebung: Wald, Gelände und eine wenig bewohnte Gegend. Sämtliche Hindernisse und Steigungen wurden bequem bewältigt. Anschließend gaben wir unserer Lady erstmal eine gründliche Erstwäsche und vollzogen einen technischen Gesamtcheck. Alles tip top. Und die Umgebung zeigte sich als der ideale Platz, um ein Auto unter zu stellen. Die Menschen haben schließlich viel Platz hier.

Dem Vorschlag des Vaters folgend, begannen wir, auf dem elterlichen Grundstück einen Hangar zu bauen. Einfach, mit wenigen Mitteln und dem kommenden schwedischen Winter trotzend. Es fühlte sich an, als ob wir im afrikanischen Busch standen. Wir rodeten eine Fläche von ca. 12 mal 20 Meter, fällten zehn Birken und bauten in zwei Tagen einen standfesten Unterstand.

Es war fantastisch.
Unsere erste Buschprüfung wäre somit bestanden.

Afrika wir kommen :-).

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