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Entwicklung mit Hilfe von Kreativität

datum: 2004-10-31
pos: düsseldorf, deutschland
autor: staffan & frank

 
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Unseren Projektbericht gibt's hier!

Die meisten Menschen verstehen Design als die Gestaltung von attraktiven Produkten, denen der Designer eine ansprechende Hülle verleiht, rein zu dem Zweck der Verkaufförderung. Dass Design aber schon im Anfangsprozess einer Produktentwicklung mit einbezogen wird und ganz erheblich darauf einwirkt, wie das Produkt verwendet wird und dass es als Schnittstelle im Alltag dient, ist vielen nicht bewusst. Genauso wenig können sich viele Menschen vorstellen, dass Design selbst in armen Regionen der Welt sinnvoll eingesetzt werden kann.

Design ist ein Prozess der Problemlösung – er setzt unkonventionelles, kreatives und abstraktes Denken voraus und kann unserer Meinung nach von jedem erlernt werden, der Motivation und Kreativität mitbringt.
Da Design entscheidend unser Lebensumfeld mitgestaltet und beeinflusst, wollen wir mit unserem Projekt deutlich machen, dass dies auch in armen Regionen der Welt möglich ist.
Design ist kein Luxusgut, und da viele Probleme in Entwicklungsländern so offen zutage liegen, sollte es keine Frage sein, ob Design dort sinnvoll ist oder nicht.

Design for Development

Wir werden im Januar 2006 nach Kenia fahren, um dort ein 3-monatiges Design Projekt zu realisieren. Unterstützt von der Nichtregierungs-organisation Carolina for Kibera werden wir mit den Menschen vor Ort Problemlösungen entwickeln und mit den dort vorhandenen Mitteln
Produkte für das tägliche Leben gestalten.
Dabei wird das Thema Recycling im Vordergrund stehen. Die meist Jugendlichen sollen selbst aktiv Probleme in ihrem Umfeld lokalisieren und Lösungen suchen. Wir werden dabei unsere Fähigkeiten als Designer einbringen
und mit ihnen gemeinsam passende Produkte oder Dienstleistungen schaffen.
Uns ist es dabei wichtig, die kulturellen Besonderheiten und die kenianische Identität in die Ergebnisse einfließen zu lassen. Nur wenn die Menschen selbst aktiv beteiligt sind und die Lösungen auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, können sie eine Verbesserung der Lebenssituation bewirken.

Kibera Slum
Wir realisieren das Projekt in Kibera am Rande von Nairobi. Kibera ist mit 800 000 Einwohnern und der fast doppelten Fläche von Berlins Tiergarten einer der größten Slums in Ostafrika. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahren. Die Gegend beheimatet 5 der 6 größten ethnischen Gruppen in Kenia, die immer noch unter den blutigen ethnischen Konflikten der vergangenen Jahre leiden.

Das Projekt führen wir in Kooperation mit der internationalen, unabhängigen Organisation Carolina for Kibera durch. Sie setzt sich gegen ethnisch-religiöse Gewalt ein. Die Grundlage ihres Engagements ist die Idee der
aktiven Teilnahme des Einzelnen an seiner eigenen Entwicklung.
Denn letztendlich besitzt nur die Gemeinschaft das Wissen und die notwendige Motivation, die eigenen Probleme zu lösen.

Afrikanische Kreativität
Auf unserem einjährigen Weg von Europa bis nach Kappstadt (route 3) über den Landweg wollen wir die verschiedenen Länder und Kulturen kennen lernen und vor allem dokumentieren, wie die Menschen mit Materialien und Produkten umgehen, wie erfindungsreich sie sind, wie sie Recycling betreiben und ihr kreatives Potential mit meist einfachsten Mitteln einsetzen. Durch diese Eindrücke erhoffen wir uns ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Menschen, was uns ermöglichen soll, unsere Fähigkeiten während des Projektes in Kibera besser einsetzen zu können.
Die Ergebnisse sollen im Anschluss an das Projekt publiziert werden.

Ziel
Als diplomierte Industrie-Designer haben wir den Anspruch den Menschen in Kibera Designmethoden nachhaltig weiter zu geben. Am Ende des Projektes sollen die Menschen in der Lage sein, mit den erlernten Methoden und Fähigkeiten, ihre persönliche Entwicklung selbstbewusst in die eigene Hand zu nehmen. Wir halten uns dabei offen, bei entsprechendem Erfolg das Projekt später weiter zu führen.

Design und Afrika mag für viele Menschen auf den ersten Blick nicht zusammen passen und man mag sich fragen, warum Design für die Menschen nützlich sein kann. Das zu zeigen ist für uns die große
Herausforderung. Design ist mehr als nur Verpackung, schön gestaltete Oberflächen oder die hundert millionste Designerleuchte. Wir wollen zeigen, dass Design ein Arbeitsprozess ist, der selbst in den ärmsten Regionen der Welt und in allen Lebensbereichen hilfreich einsetzbar ist. Denn hier sind wirkliche Problemlösungen gefragt!

Design sollte kein Erste-Welt Privileg sein!

Unseren Projektbericht gibt's hier!


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design for africa © 2004